Suchmaschinenoptimierung 2018: Darauf kommt es an

Vor einiger Zeit (im Juni 2016) habe ich Euch die glorreichen Sieben der SEO-Fehler vorgestellt. Nun, mittlerweile ist viel Zeit vergangen, der Google Algorithmus hat sich neben den technischen Möglichkeiten verändert und ich finde, wir sollten wieder einmal einen Blick in die SEO-Kristallkugel werfen, was man im Jahr 2018 so alles falsch machen kann, um Google und Co so richtig zu vergraulen.

Waren es 2016 noch sieben SEO-Fehler, stelle ich Euch diesmal 10 plus einen Schnitzer vor, die man sich besser nicht erlauben sollte, will man nicht in den hinteren Seiten des Suchergebnisses vor sich hingammeln. Einige sind Evergreens, andere sind neu, denn: Google schläft nie…

Fehler 1: Content – zu wenig, minderwertig

Beginnen wir mit einem Klassiker, der vor allem Webshops betrifft: Kurze Texte und doppelte Inhalte (Duplicate Content). Das passiert, wenn man zum Beispiel als Webshop-Betreiber einfach die Produktbeschreibungen vom Hersteller übernimmt. Klar, was soll man über einen Akkuschrauber sensationell Neues schreiben? Aber im Google Ranking sticht der Text des Herstellers jenen auf der Shopseite klar aus.

Was tun: Schreibt Eure eigenen Texte! Beschreiben Eure Produkte und Leistungen mit Euren eigenen Worten. Liefert Inhalte mit Nutz- und Mehrwert, beispielsweise Service- oder Ratgeberbeiträge. So kann etwa ein Blumenhändler Tipps geben, wie die Pflanzen länger halten, an welchem Ort in der Wohnung sie sich wohlfühlen etc.

Fehler 2: Textwüsten

Viel Text ist besser als zu wenig Text. Aber zu viel Text kann die Lesefreundlichkeit beeinträchtigen. Deshalb braucht Ihr auflockernde Elemente – Bilder, Tabellen, Aufzählungen, Videos. Sonst schreckt Ihr die Leser (und potenzielle Kunden) ab.

SEO-Maßnehmen

Was tun: Verwendet Videos und Bilder, um die Inhalte attraktiver zu machen. Aber denkt unbedingt an Bild-SEO, damit Google die Bilder besser einordnen kann. Außerdem könnt Ihr damit Traffic über die Bilder suche generieren.

Fehler 3: Zuviel des Guten

Dass Google sich bei der Bewertung von Webseiten an Keywords hält ist kein Geheimnis. Mit den Schlagwörtern wird die Relevanz bewertet, und manche denken sich „viel hilft viel“. Mitnichten: Das sogenannte „Keyword Stuffing“ wird von Suchmaschinen mittlerweile als Spam angesehen.

Was tun: Achtet auf die Keyword-Dichte. Verwendet Eure Schlagworte nur dort, wo sie inhaltlich und semantisch passen. Nutzt Synonyme und gebt der Lesbarkeit Eurer Texte den Vorzug vor dem geballten Keyword-Einsatz.

Fehler 4: Falsche Keyword-Auswahl

Wie sucht die Zielgruppe nach Euren Dienstleistungen oder Produkten? Sucht sie nach allgemeinen Begriffen oder verwendet sie spezifische Fachausdrücke? Die Antwort darauf legt fest, wie Ihr Eure Texte gestalten müsst. Für ein informiertes Fachpublikum könnt Ihr anders schreiben als für interessierte Laien.

Was tun: Versetzt Euch in Eure Kunden hinein. Verwendet Begriffe, die Eure Kunden verwenden. Da hilft durchaus das Gespräch mit den Mitarbeitern „an der Front“, die täglich Kundenkontakt haben. So entstehen Texte, die Eure Leser und auch die Suchmaschinen- Roboter ansprechen.

Fehler 5: Ungegliederte Texte

Die Aufmerksamkeitsspanne der Leser im Netz ist weitaus kürzer als offline. Ihr solltet ein paar grundlegende Regeln für Webtext einhalten, damit Eure Leser nicht nach wenigen Zeilen abspringen, denn: die nächste Seite ist nur einen Klick entfernt…

Textwurst

Was tun: Setzt aussagekräftige Zwischenüberschriften ein – sie strukturieren den Text und laden zum Weiterlesen ein. Das erleichtert das Lesen und hält die Nutzer länger auf Eurer Seite. Und die Verweildauer ist neben der Absprungrate nach wie vor ein Rankingfaktor. Nutzt einfach meine Tipps für erfolgreiche Headlines!

Fehler 6: Überschriften falsch formatiert

Manche wissen es bereits: Das Keyword in der Überschrift und dort möglichst am Anfang erhöht die Relevanz. Und eine H1 zählt mehr als eine H2. Was liegt da näher, als lauter H1 zu verwenden?!

Was tun: Beachtet beim Formatieren der H-Tags darauf, dass es den H1-Tag nur für eine Hauptüberschrift geben darf. Die nachfolgenden H2, H3 und alle weiteren könnt Ihr mehrmals verwenden. Achtet aber auf die Hierarchie – H3 nach H2, H4 nach H3.

Fehler 7: Fehlende Mobiloptimierung

Der Anteil von Mobilgeräten (Smartphones und Tablets) im Internet hat mittlerweile 50 % überschritten. Etwas mehr als die Hälfte der Inhalte im Internet wird also mit einem Mobilgerät konsumiert. Die Darstellung auf mobilen Geräten (responsive Design) zu vernachlässigen ist also fatal.

Bad Web Page

Was tun: Moderne Webseiten müssen auch auf Handys und Tablets schnell und korrekt dargestellt werden. Google hat deswegen mittlerweile den Mobile Index zum Hauptindex gemacht. Google schaut also nicht mehr, ob es zu der Desktop-Version einer Seite auch eine Mobile-Version gibt, sondern ob es zu der Mobile-Version auch eine Desktop-Variante gibt.

Fehler 8: Oldies are Goldies

Eine Website ist kein statisches, sondern ein dynamisches Projekt. Neue Inhalte sollen eingepflegt und die alten überarbeitet werden. Oder interessiert Ihr Euch für eine Zeitung, in der jeden Tag das Gleiche steht?

Was tun: Schaut regelmäßig über die Inhalte Eurer Seite. Kontrolliert, ob noch alles passt und aktuell ist, bessert Fehler aus und ergänzt Fehlendes (neue Öffnungszeiten, ein neues Produkt, ein Zusatzangebot). Und auch der eine oder andere Rechtschreibfehler kann sich eingeschlichen haben. Bleibt einfach am Ball.

Fehler 9: Fehlende Verlinkungen

Interne Links und Links von außen (Backlinks) sind ein essenzieller Teil der Seitenoptimierung. Während der Aufbau von Backlinks kniffliger ist könnt Ihr mit einer logischen inneren Linkstruktur sowohl Google als auch den Usern das Leben leichter machen.

Was tun: Integriert interne Links zu passenden Inhalten, weiterführenden Informationen oder passenden Produkten. Achtet aber bei Backlinks auf thematische Ähnlichkeit und die Reputation der verlinkenden Seite.

Fehler 10: Falsche Linktexte

Ihr kennt es sicher: Linktexte der Art „Für nähere Infos klicken Sie hier“ oder „Hier klicken“. Das ist für Google hinderlich. Der Linktext soll erklärten, wohin der Link führt, welches Thema er behandelt – da würde doch ein Keyword gut passen, oder?

Was tun: Nutzt „sprechende“ Linktexte wie „Rotwein bestellen“ oder „Whitepaper herunterladen“. Der Nutzer weiß, was auf ihn zukommt und klickt lieber auf diesen Link als auf ein nichtssagendes „Hier“.

Bonus-Fehler 11: In der Ruhe liegt die Kraft

Technische Spielereien wie Flash-Animationen verlängern die Ladezeiten. Zeit ist alles im Internet. Jede Sekunde mehr Ladezeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer abspringt. Deshalb sollte Eure Seite auf Schnickschnack verzichten. Auch die Bilder sollten optimiert sein – mehr als 300 kb Dateigröße braucht es nicht. Und schließlich solltet Ihr einen Blick auf die Antwortzeit Eures Servers werfen – sie sollte unter 200 ms liegen.

Fast loading Website

Was tun: Verzichtet auf Flash- Animationen. Das ist sowas von 2008. Optimiert die Pics auf Eurer Seite und legt sie auf einen schnellen Server und nutzt – falls möglich – einen SSD-Server.

 Fazit: Kleiner Aufwand, große Wirkung

Liefert auf Euren Seiten hochwertigen Content, lockert die Texte auf, schreibt für Eure Zielgruppe und seht zu, dass Eure Seite schnell ladet und auf Mobilgeräten funktioniert. Das sind die Essentials jedes Webauftritts. Wenn Ihr dann noch Eure Fleißaufgaben macht und regelmäßig Inhalte aktualisiert und für hochwertige Backlinks sorgt, dann steht einem Platz auf Seite 1 der Suchergebnisse nichts mehr im Wege!