Delegationsreise USA

Steiermark goes Westcoast

Von 5. bis 11. November 2017 besuchte die bisher größte österreichische Delegation die amerikanische Westküste. Ich durfte die steirische Wirtschaftsdelegation rund um Frau Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl und Wirtschaftskammer-Vizepräsident Jürgen Roth nach Washington State und Kalifornien begleiten. Die steirische Wirtschaft ist mit ihren Innovationen in den USA mit etwa über hundert Niederlassungen vertreten und höchst erfolgreich.

Doch was macht ein SEO aus Graz an der amerikanischen Westküste? Zunächst einmal Kontakte knüpfen. Die Wirtschaftsdelegation ermöglichte den Kontakt zu vielen interessanten und herausragenden Köpfen und öffnete Türen, die sonst verschlossen bleiben. Und dann natürlich der berühmte „Blick über den Tellerrand“ – Inspiration, Motivation und Eindrücke, für die man ganz einfach raus aus dem Alltagstrott muss.

Die Wirtschaft brummt

Der amerikanische Wirtschaftsmotor ist robust. Das US-Wirtschaftswachstum stieg im dritten Quartal um 3 Prozent. Die Arbeitslosenrate ist mit 4,3 Prozent die niedrigste seit Jahren. Die österreichischen Exporte in die USA stiegen im ersten Halbjahr um knapp 9 Prozent. Die USA sind die zweitgrößte Exportdestination Österreichs und mit Abstand der größte Überseemarkt.

Washington: der Underdog

Der im Nordwesten der USA an Kanada angrenzende, waldreiche Bundesstaat weist mit seiner stark exportorientierten und diversifizierten Wirtschaft Parallelen zu Österreich auf. Boeing, Microsoft, Amazon und Starbucks haben hier ihren Sitz. Seattle sieht sich mit vergleichsweise günstigen Immobilienpreisen, qualifizierten Arbeitskräften und einem attraktiven Ecosystem als Alternative zum eineinhalb Flugstunden entfernt gelegen Silicon Valley.

alternative zum silicon valley

Seattle: Emerald City

Den Beginn der Reise machte Seattle im Bundesstaat Washington. Die Stadt mit ihren rund 700 000 Einwohnern gilt als eine der wichtigsten Metropolen im Nordwesten der USA, liegt zwischen dem Puget Sound, einer Meeresbucht, und dem Lake Washington, und wurde bereits mehrmals zur lebenswertesten Stadt der USA gewählt.

Seattle  ist mit seinem weltgrößten Aerospace Cluster eine interessante Destination. Zu den wichtigsten Branchen Washingtons gehören Luft- & Raumfahrt, Land- & Forstwirtschaft, Cleantech, Forest Products, ICT, Life Science & Global Health, die maritime Wirtschaft, sowie Militär und Verteidigung.

Unser erstes Ziel war am 6. November das Microsoft-Headquarter in Redmond. Auf rund 740.000 m2 arbeiten rund 40.000 Mitarbeiter. Der Firmensitz wurde 1986 bezogen und seitdem kontinuierlich zu einem Campus ausgebaut. Im beeindruckenden Visitor Center erwartete uns ein interessanter Vortrag zum Thema Cyber Security und Internet of Things (IoT).

Der nächste Besuch galt Boeing, dem weltweit größten Aerospace Unternehmen, sowie führendem Hersteller von Passagierflugzeugen, Verteidigungs-, Space- und Sicherheitssystemen. Das Unternehmen beschäftigt rund 162.000 Mitarbeiter und verzeichnete 2015 einem Umsatz von ungefähr 96 Milliarden USD. Die Fabriksgebäude von Boeing in Everett gilt dem Volumen nach als größtes Gebäude der Welt und beherbergt die Produktion der Modelle 747, 767, 777 und 787. Zur Veranschaulichung: Allein der Umfang der Halle beträgt 3,2 Kilometer.

Wir fliegen auf Kalifornien

Tags darauf ging es weiter in das etwa 2 Flugstunden entfernte San Jose. Kalifornien ist der größte Abnehmer österreichischer Produkte unter den US-Bundesstaaten. Die österreichische Wirtschaft ist im hochkompetitiven kalifornischen und amerikanischen Markt mit ihren Innovationen in Nischen gut aufgestellt. Damit das so bleibt, wird die  Wettbewerbsposition durch gezielte Investitionen gesichert.

Willkommensschild am Flughafen San Jose

Kalifornien ist der wirtschaftlich bedeutendste US-Bundesstaat und wäre als eigene Volkswirtschaft die Nr. 6 weltweit. Angeführt wird die Liste der weltweit größten Volkswirtschaften von den USA, gefolgt von China, Japan, Deutschland und Großbritannien. Für die wirtschaftliche Erholung sind vor allem die Bereiche Hightech, Handel, Tourismus und die Belebung des Bausektors verantwortlich. Kalifornien ist in vielen Bereichen US-Vorreiter, etwa bei erneuerbaren Energien, Cleantech und gesunder Ernährung.

Erste Station war die Eliteuniversität Stanford. Sie liegt etwa 60 Kilometer südöstlich von San Francisco in der Nähe von Palo Alto und wurde von Leland Stanford und seiner Ehefrau Jane Stanford im Jahr 1891 im Andenken an ihren früh verstorbenen, einzigen Sohn gegründet. Derzeit sind rund 16.000 Studenten an der Universität eingeschrieben und studieren an einer der sieben Fakultäten.

Am Abend folgte ein Networking-Dinner mit im Silicon Valley ansässigen Österreichern, darunter der Grazer Julian Hönig, dem früheren Audi Chefdesigner, der mittlerweile bei Apple für das Design zuständig ist.

IT- & Hightech-Tal Silicon Valley

Am 8. November ging es wieder in’s Silicon Valley. Das Silicon Valley gilt als einer der bedeutendsten Standorte der IT und High-Tech Branche weltweit. Geografisch gesehen erstreckt es sich über den südlichen Teil der Metropolregion der Städte San Francisco und San José, der San Francisco Bay.

Die enorme Anzahl bzw. Dichte an Hardware-Unternehmen ermöglichte den Aufstieg zu einem weltweiten Hub dieser Branche. Einige der im Silicon Valley ansässigen Technologieunternehmen: Apple, Cisco Systems, HP, Intel oder Tesla Motors, wichtige Software Unternehmen wie Adobe Systems, eBay oder Facebook oder Whatsapp, und weitere Unternehmen wie etwa SAP, Daimler AG, Netflix oder Microsoft.

Die erste Station war ein Besuch bei SAP. SAP, der größte Softwarehersteller Europas, arbeitet mit führenden Hochschulen, Partnern und Kunden weltweit zusammen, um Innovationen auf den Markt zu bringen, die die Geschäftsprozesse von Unternehmen jeder Größenordnung und Branche optimieren. Die Gebäude in der Deer Creek Road wurden erst kürzlich renoviert und neu eröffnet: Teil des SAP Design and Co-Innovation Centers (DCC) ist nun auch das SAP AppHaus.

Es folgte ein Termin bei Playground global. Die Firma versteht sich als Ideen-Verstärker, der dafür sorgen kann, dass die Entwicklung viel schneller vorangetrieben werden kann, als es normal der Fall wäre. Egal, ob selbstfahrende Autos, smarte Drohnen oder was auch immer: Playground soll als Akzelerator fungieren.

Als letzte Station dieses Tages wurde das Plug and Play Tech Center besucht. Plug and Play ist eine globale Innovationsplattform, die Startups mit Unternehmen vernetzt. Seit der Gründung im Jahr 2006 wurden die Programme kontinuierlich ausgebaut und unterstützen mittlerweile an 24 Standorten weltweit Startups vor Ort, um im Silicon Valley und darüber hinaus erfolgreich zu sein. Und darunter sind durchaus klingende Namen: Google, Dropbox, PayPal oder Logitech starteten vor Jahren bei Plug and Play.

If you’re going to San Francicso…

Am Donnerstag erfolgte ein Bustransfer nach San Francisco, der mediterranen Schönheit der Staaten, die seit Jahren Besucher mit Brücken, Cable Cars, Hügeln, Stränden im Norden, oder auch Alcatraz in ihren Bann zieht. Doch wir hatten nur wenig Zeit für einen Blick auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt, denn es ging geradewegs zu Galvanize in die Tehama Street. In diesem Shared Tech Workspace erwartete uns gleich ein spannender Vortrag zum Thema AI von IBM Watson.

IBM ist mit rund 380 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 79, 919 Milliarden USD eines der weltweit führenden Unternehmen für Hardware, Software und Dienstleistungen im IT-Bereich. Watson ist ein Robotik-Computerprogramm aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, das von IBM entwickelt wurde, um Antworten auf Fragen zu geben, die in digitaler Form in natürlicher Sprache eingegeben werden.

Es folgte eine Präsentation von Stratodesk, einer österreichischen IT-Firma, die im Rahmen der GoSiliconValley Initiative ins Silicon Valley kam und nun neben dem Standort in Klagenfurt auch eine Niederlassung in San Francisco hat.

Nach dem Mittagessen gegenüber des Stadions der San Francisco Giants ging es weiter zu Western Union Digital. Eine interessante Firmenpräsentation und Ausblicke in die Zukunft des Traditionsunternehmens erwarteten uns dort.

Besuch in Googles Allerheiligstem

Am Freitag stand eigentlich Sightseeing auf dem Programm. Eigentlich, denn für ein paar Delegationsteilnehmer und mich wurde ein Traum wahr: In einer fünfköpfigen Kleingruppe durften wir das Google Tec Center in Mountain View besuchen. Für mich als SEO natürlich der absolute Höhepunkt der Reise, denn dort sitzt die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Google.

Wir hatten die einmalige Gelegenheit mit Vice President Security Gerhard Eschelbeck zu sprechen. Der gebürtige Oberösterreicher führte uns durch das Gebäude und beantwortete eingehend unsere Fragen im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen und ihren Einfluss auf Google. Gerade im Hinblick auf die bald in Kraft tretende Datenschutzverordnung hat sich Google bereits einige Gedanken gemacht, damit die Nutzer von Google Services keine Probleme mit der DSGVO bekommen.

Nach diesem spannenden und lehrreichen Termin ging es zurück nach San Francisco und von dort auch gleich zum Flughafen, wo wir nach dieser viel zu schnell verflogenen Woche erschöpft aber bereichert die Heimreise antraten.

Die Medienberichte zu unserer Reise findet Ihr hier:

Medienbericht Kleine Zeitung 1

Medienbericht Kleine Zeitung 2

Medienbericht KronenZeitung 1

Medienbericht KronenZeitung 2

Medienbericht Woche Steiermark

Sowie hier:

Seattle: eine Stadt, die ordentlich Tempo vorgibt

Eingeloggt bei Microsoft und abgehoben bei Boeing

Österreichische Unternehmen docken demnächst in Stanford an

Delegation stärkt US-Wirtschaftsbeziehungen

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